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Zur aktuellen Marktlage:
Deutschlands mangelnde Ordnungspolitik wirft die deutsche Wirtschaft auf die Dauer zurück.


Erste Anzeichen sind bereits an der Gewinnentwicklung im europäischen Vergleich absehbar (vgl. Chart).

Beide Koalitionspartner nehmen sich da wenig. Zuletzt machte Peter Altmaier - leider in der Tradition früherer Wirtschaftsminister - keine gute Figur, als er die EU-Kommission für deren richtige Entscheidung gegen eine Fusion der Bahnsparten von Siemens/Alstom attackierte. Was man in Berlin noch nie verstanden hat: Unternehmensführer haben kein Interesse an Wettbewerb. Sie richten sich lieber im Oligopol oder gar Monopol häuslich ein. Bad Governance führt zu weniger persönlichen Wohlstandsverlusten, wenn Kunden und Lieferanten keine Substitutions- und damit Sanktionsmöglichkeit haben. Nachvollziehbar, dass Vorstände Wettbewerb bekämpfen, wo sie nur können. Politiker wären hier eher aufgerufen gegenzusteuern. Gesamtwirtschaftlich haben die letzten 200 Jahre bewiesen, dass mit dem Wettbewerb auch der gesamtgesellschaftliche Wohlstand wächst.

Unternehmen brauchen keinen Kokon, sondern Konkurrenten im Nacken, um technischen Fortschritt, Effizienz und Kostenkontrolle voranzutreiben. Die sakrosankte Stellung der Automobilindustrie malt ein negatives Beispiel, das erschüttert. Merkel verhinderte über Jahre, dass Ersatzteile frei gehandelt werden konnten. Die Pariser Klimaziele wurden der Lobby geopfert. Entsprechend fällt die deutsche Automobilindustrie nach Jahren bräsiger Selbstzufriedenheit hinter die internationale Konkurrenz zurück. Chinas Autohersteller, Volvo oder selbst Renault und Peugeot haben in den Zukunftstechnologien Daimler, BMW, Audi & Co. längst hinter sich gelassen.

Größe ist kein Kriterium, das Bevorzugung durch die Politik rechtfertigen darf. Unterstützung verdienen weit mehr die vielen „hidden champions“, die Deutschland die letzten 20 Jahre hervorbrachte. Von Putzmeister bis Kuka erarbeiten sie sich in ihrem Feld Weltmarktführerschaft. Ihre Innovationsfähigkeit in ihrer Spezialisierung stützt den deutschen Arbeitsmarkt, den Export und damit den Wohlstand.

Deutschlands Wirtschaft sollte sich auf die Stärken konzentrieren.
Zwischen Flensburg und Garmisch muss keine Bekleidung genäht, kein Spielzeug produziert werden. Das scheint selbstverständlich. Selbst Smartphones sind ein „commodity“, das besser von außen eingekauft wird und - auch Batterien für E-Autos. Der Rückstand ist nicht aufholbar. Stärkere Handelsvernetzungen nützen dem Standort mehr.

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